3. Heft: Der wohlgeordnete Policey-Staat.

Der Absolutismus in einem deutschen Kleinstaat und die Auswirkungen der Französischen Revolution

Herausgegeben von Margret Lemberg

Dokumentenverzeichnis

Einführung

Einführung Heft 3

Dokument 1

Flugblatt zum Westfälischen Friedensschluß
Dokument 2 Der Friedensvertrag zu Münster/Osnabrück 1648 sanktioniert die Teilung der Landgrafschaft Hessen. Der vorliegende Auszug stammt aus: Johann Gottfried von Meiern: Acta Pacis Westphalicae Publica [...], Hannover, 1735, 5. Theil, S. 677 f. S. 12
Dokument 3 Der Stausebacher Bauer Caspar Preis berichtet in seiner Chronik von den Zuständen in seinem Dorf und in der Stadt Amöneburg. S. 13
Dokument 4 Mit grundlegenden Edikten über den Straßenbau und die Regulierung der Arbeitsverhältnisse und der Preise versucht Landgraf Wilhelm VI. in den Jahren 1651 und 1653 Handel und Verkehr in der Landgrafschaft zu beleben und die einheimische Wirtschaft zu schützen. S. 14-15
Dokument 5 Johannes Winckelmann beschreibt in seiner "Gründliche[n] und Wahrhaffte[n] Beschreibung der Fürstenthümer Hessen und Hersfeld" [Bremen 1697, S. 216 ff.] die Stadt Marburg und vergleicht sie mit einem menschlichen Körper. Die nach dem Dreißigjährigen Krieg 1653 wiedererrichtete Universität fügt er in dieses Bild ein.
Dokument 6 Die "Ordnung" für die "Unter=Schulen" vom Juli 1656 soll den Unterricht für die allgemeinen Schulen im Land regeln.
Dokument 7 An der Zeichnung des sogenannten Wollschafs und durch den erläuternden Text soll den hessischen Wollzüchtern und Tuchherstellern erklärt werden, welche Schafwolle sich für welches Produkt besonders eignet.
Dokument 8 Die "Kalandermaschine", die der Fabrikant Philipp Pitel aus Hohenkirchen am 11.8.1776 mit dieser Zeichnung vorstellt, soll eine Erleichterung beim Appretieren von Stoffen ermöglichen. Pitel bittet um staatliche Hilfe. 
Dokument 9 Ein "Fabricant" wird aufgefordert, eine Tuchprobe zu weben; von dem Ergebnis wird eine eventuelle Bestellung für das Heer abhängen.
Dokument 10 Plan für den Bau der "chinesischen Häuser" in Wilhelmsthal bei Kassel
Dokument 11 Verordnung zu Beförderung des Seidenbaues und desfalls nöthiger Maulbeerplantagen vom 16ten Februar 1770
Dokument 12 In der berühmten "Freiheits-Concession" vom 18. April 1685 erhalten die ausländischen "Manufacturiers" besondere Rechte, wenn sie sich in Hessen-Kassel niederlassen. S. 25
Dokument 13 Privilegien für französische Facharbeiter aus den Jahren 1686 und 1687.
Dokument 14 Das Edikt aus dem Jahr 1739 legt fest, welche "Unterthanen" inländische Tuche tragen müssen. Es ist ein Beispiel dafür, wie ein Landesfürst über den Weg der Ständeordnung die inländische Tuchproduktion zu fördern versucht. S. 27
Dokument 15 Im Jahre 1773 erläßt Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, wie viele Landgrafen vor ihm, eine strenge Kleiderordnung. Im "Reichs Post Reuter", der in Altona erscheint, amüsiert man sich über die hessischen Zustände. S. 28
Dokument 16 Die Kontrolle über die Einhaltung der Kleiderordnung fällt besonders in den hessischen Gebieten schwer, die außerhalb Hessens liegen, wie hier in Schaumburg. Der Verstoß gegen die Kleiderordnung bei einer Hochzeit wird von den Behörden streng verfolgt.
Dokument 17 Ein Genrebild aus dem 19. Jahrhundert versucht die Szene festzuhalten, in der staatliche Angestellte, sogenannte "Kaffeeriecher", die Einhaltung des Verbots, "Caffé" zu trinken, kontrollieren.
Dokument 18 Den "gemeinen" Ständen ist es verboten, Luxuswaren zu kaufen und zu verwenden. Die "Verordnung gegen das allzustark eingerissene Caffé-Trinken" muß mehrfach verschärft werden. Trotzdem versuchen viele Bürger einen Dispens zu erhalten. Der Dispens für eine Hebamme zeigt, wie schwer es gefallen ist, das Kaffeeverbot durchzusetzen. Den Juden wird die Befreiung fast immer verweigert. 
Dokument 19 Die Schwestern Vollmar aus Marburg bitten, die Waren zur Herstellung ihrer Hauben außerhalb Hessen-Kassels beziehen zu dürfen. Ihrer Bitte wird zum Ärger der Marburger Kaufleute stattgegeben.
Dokument 20 Die drei kurzen Anzeigen aus der Casselischen Policey= und Commercien= Zeitung aus dem Jahr 1784 zeigen, wie gegen Ende des 18. Jahrhunderts Frauen versuchen, den Betrieb ihres verstorbenen Ehemannes weiterzuführen oder sich selbständig zu machen.
Dokument 21 Durch das schmiedeeiserne Schloßgartentor vom Hofschlosser G. Spansahl schaut man auf den weiten Platz vor dem Dom zu Fulda, der an der Stelle einer romanischen Kirche 1704-1712 von Johannes Dientzenhofer erbaut wurde.
Dokument 22 Die "neu eingerichteten Juden=Ordnung" aus dem Jahr 1749 legt fest, unter welchen Bedingungen Juden in Hessen-Kassel leben und arbeiten dürfen. Es werden die mit einem fürstlichen Schutzbrief ausgestatteten Juden von den "untüchtigen" Juden unterschieden; ihnen wird kein Aufenthalt gewährt.
Dokument 23 Die "Verordnung, die Erhaltung der im Lande befindlichen Monumente und Alterthümer betreffend" klingt ungewöhnlich modern.
Dokument 24 Das Regierungs=Ausschreiben aus dem Jahr 1772 bestimmt die Errichtung einer Charité außerhalb Kassels und legt zugleich fest, wer zum Unterhalt dieser Anstalt für die ärmere Bevölkerung und die erkrankten Fremden aufkommen muß.
Dokument 25 Wie viele andere Fürsten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation schließt auch der Fürst von Waldeck Subsidienverträge ab. Hier der Vertrag mit England aus dem Jahr 1776.
Dokument 26 Der Schriftsteller Johann Gottfried Seume berichtet von dem Soldatentransport des Jahres 1776.
Dokument 27 Der "Brief eines reisenden Franzosen" [des Schriftstellers Riesbeck] aus dem Jahre 1783 gibt ein anschauliches Bild von der Stadt Kassel und von den finanziellen Zuständen in der Landgrafschaft.
Dokument 28 Das Verbot, Post aus Amerika zu empfangen, das unmittelbar nach dem Pariser Friede von 1784 erlassen worden ist, wird nach Ausbruch der Französischen Revolution erneuert.
Dokument 29 Der Kupferstich zeigt, welche Wirkung das Manifest des Generals Custine auf die "braven, biederen" Hessen ausübt.
Dokument 30 Das Manifest des Generals Custine an die Hessen=Casselschen Soldaten. 
Dokument 31 Die Straßburgische Zeitung ist deshalb so "gefährlich", weil sie in deutscher Sprache von den Vorgängen in Paris und im Reich berichtet. In einigen Ausgaben nimmt der Schreiber auf Zustände in Hessen-Kassel Bezug.
Dokument 32 In einem 1793 erschienenen "Tagebuch von der Einnahme Frankfurts durch die Neufranzosen [...] allen biedern Deutschen gewidmet", karikiert ein Zeichner einen "Nationalgardist[en] auf die Wache ziehend". 
Dokument 33 Die Zeichnung zeigt den Kontrast zwischen dem vor seiner Fachwerkhütte sitzenden einfachen Bauern und den vom Fußmarsch ermatteten adeligen Emigranten.
Dokument 34 Text eines französischen Liedes, in dem sich die Schreiberin für die freundliche Aufnahme in Karlshafen bedanken.
Dokument 35 Französische Flüchtlinge versuchen - wie in allen Gebieten rechts des Rheins - auch in Hessen-Kassel Aufnahme zu finden. Die Liste hält die Namen von 68 Adeligen mit ihren Bedienten fest.
Dokument 36 Der abgefangene Brief eines Soldaten an seine Eltern, in dem er auch über den Verlauf des Krieges berichtet, ist der Anlaß, daß man seine hessischen Verwandten und deren Verhalten überwacht. Ein Grundbesitzer teilt einem Pfarrer seine Beobachtungen über die revolutionär denkenden Landarbeiter mit und bittet ihn, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Dokument 37 Nach der vorliegenden Verordnung wegen der Bestrafung des Hochverraths und der Staatsverbrechen aus dem Jahr 1795 werden bis 1848 politische Vergehen verfolgt.
Dokument 38 Die ehemaligen Mainzer Ämter Amöneburg und Neustadt werden am 15. September 1802 offiziell von Hessen-Kassel in Besitz genommen.
Dokument 39 Bettine Brentano beschreibt die Elisabethkirche in Marburg an einem Wintermorgen während ihres Aufenthalts bei ihrer verheirateten Schwester in Marburg 1805/06. 
Dokument 40 Auf dem vorliegenden Genrebild lassen sich die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm in Niederzwehren bei Kassel von der sogenannten "Viehmännin" Märchen erzählen. In zwei Briefen an Clemens Brentano berichten die Brüder Grimm von ihrer Suche nach Volksmärchen.
Dokument 41 Proclamation des Königreichs Westphalen
Dokument 42 Für wenige Jahre bringt der Code Napoleon im Königreich Westphalen die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Gewerbefreiheit und die Emanzipation der Juden. Das vorliegende Dekret wird am 27. Januar 1808 in Kassel erlassen.
Dokument 43 Der geistig etwas verwirrte Hermann Range, Angestellter bei der westphälischen Verwaltung in Rollshausen, versucht sich auf seine Weise am Aufstand gegen die westphälische Herrschaft zu beteiligen. Er läßt den vorliegenden fingierten Brief des Kurfürsten aus Prag verbreiten.
Dokument 44 Unter den zahlreichen Aufständen gegen die französische Herrschaft ist der Aufstandsversuch des Obersten v. Dörnberg am 23. April 1809 wohl der spektakulärste. Der Treffpunkt der Eingeweihten ist das Damenstift Wallenstein in Homberg, in dem drei Adelige, unter ihnen Marianne vom Stein, die Schwester des Freiherrn vom Stein, das Unternehmen tatkräftig unterstützen. Andere adelige Damen, besonders Karoline von Baumbach, die die Fahne der Aufständischen gestickt hat, sind Mitwisserinnen. Dörnberg gelingt nach der gescheiterten Revolte die Flucht. Die Damen werden verhaftet, in Mainz festgesetzt, Marianne vom Stein in Paris inhaftiert, das Stift wird aufgelöst.
Dokument 45 Die Freimaurerlogen leben für einige Jahre wieder auf, bis sie unter dem zurückgekehrten Kurfürsten erneut verboten werden. 
Dokument 46 Die ersten Grußworte des zurückgekehrten Kronprinzen an seine Hessen vom 5. November 1813.
Dokument 47 Der Enkel des ersten Kurfürsten, Prinz "Fritz", der spätere Kurfürst Friedrich Wilhelm, wird 1813 bei seiner Rückkehr nach Hessen begrüßt.